Sie bilden die zentrale Schnittstelle zwischen allen Akteuren und sind für Ratsuchende oft der erste entscheidende Kontakt – eine Aufgabe, die täglich viel Kommunikationsgeschick, Empathie und Standfestigkeit erfordert. Schon zu Beginn zeigte sich eine wunderbar offene Atmosphäre. Da einige der Teilnehmerinnen bereits frühere Fortbildungen der erfahrenen Referentin Hannelore Grauel-von-Strünk besucht hatten, war das Vertrauen groß. Die Zusammensetzung der Gruppe bot eine spannende Dynamik: Viele waren gemeinsam im Team angereist, während andere als „Einzelkämpferinnen“ aus ihren Einrichtungen kamen und sich besonders auf den kollegialen Austausch freuten. Ob durch langjährige Treue oder den frischen Wind nach einem Wechsel – die Freude an der Arbeit in der Erziehungsberatung war bei allen spürbar. Zudem bereicherten Kolleginnen die Runde, die im Verwaltungsbereich flexibel aufgestellt sind und dort gleich mehrere Tätigkeitsfelder abdecken.
Der Alltag im Fokus
Das Programm zwischen Informationsflut und emotionalen Ausnahmesituationen überzeugte durch eine ausgewogene Mischung aus fundiertem Fachinput, intensiver Einzelarbeit zur Reflexion und lebendiger Gruppenarbeit. Dabei wurde die Gelegenheit genutzt, um sehr konkrete, herausfordernde Praxisfälle und Alltagsthemen zu beleuchten:
Kommunikation am Limit
Wie beendet man geschmeidig Telefonate mit „Dauerrednern“, ohne unhöflich zu wirken? Wie reagiert man professionell auf Menschen, die ohne Pausen erzählen, und wo zieht man die Grenze, ab wann der Fall direkt an die Berater:innen übergeben werden muss?
Puffer im Termindruck
Ein Dauerbrenner ist die Aufgabe, mit drängenden Anfragen umzugehen, die sofortige Termine einfordern, während die Beraterinnen und Berater schlicht keine Kapazitäten frei haben.
Emotionale Belastung und psychische Erkrankungen
Der Umgang mit weinenden Menschen am Telefon oder in der Anmeldung erfordert Fingerspitzengefühl – wie spricht man die Trauer oder Verzweiflung gut an? Auch der Umgang mit psychisch erkrankten Ratsuchenden stand im Fokus.
Belastungsgrenzen im System
Neben der Bewältigung der täglichen Informationsflut und Störungen im eigenen Team kam eine Kernfrage zur Sprache: Wie kommuniziert man die eigene Arbeitsbelastung sowie Arbeitsauslastung konstruktiv nach oben, wenn man von allen Seiten hin- und hergezogen wird, um als Teamassistenz mit den eigenen Grenzen gehört zu werden?
Der Fachtag bot hierfür nicht nur Raum zur Entlastung, sondern vor allem konkrete Methoden zur Gesprächsführung und Deeskalation. Die spürbare Erleichterung zeigte, wie wichtig die engere Vernetzung der Assistentinnen untereinander auch über den Tag hinaus ist und dank der Unterstützung der Caritasstiftung regelmäßig stattfinden kann.
Ausblick auf 2027
Die erfolgreiche Zusammenarbeit soll im kommenden Jahr in einem noch größeren Rahmen fortgesetzt werden: Für den 23. Juni 2027 ist ein gemeinsamer „Fachtag Erziehungsberatung“ in Würzburg geplant. Dann werden Teamassistenz und Beraterinnen und Berater gemeinsam zum Thema „Hochstrittige Familien“ und der Arbeit mit dem „Oldenburger Modell“ in den fachlichen Austausch gehen.
Sabrina Göpfert | AGkE Würzburg

